Carnac
Vallée des Saints
Grand Cairn de Barnenez
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Menhire, Hinkelsteine und ganz neue Monolithe in der Bretagne, einem grünen Land auf Stein

Was konnte man nicht ab dem Jahr 1959 alles Interessantes aus den vielen Asterix-Heften erfahren: über die „Hinkelsteine“, die ein dickbäuchiger Obelix herstellte, und die meist als riesige Wurfgeschosse dienten, über die „unbeugsamen Gallier“ und ihre seltsamen Abenteuer in Aremorica – das ist die Bretagne. Ob einige Asterix-Fans extra dorthin gefahren sind, um die Hinkelsteine zu besichtigen? Oder ob einer später Archäologie oder Geologie studiert hat, um sie zu erforschen? Das weiß man nicht. Aber möglich wäre es…

Abgesehen von Comics und Klamauk gibt es besonders viele und sehr große Steine in der Bretagne, mehrere tausend davon. Sie wurden gut ein paar tausend Jahre vor der fiktiven Lebzeit von Asterix und Obelix (50 v. Chr.), vor den Galliern und vor den alten Römern dort hingestellt. Es waren auch nicht die Kelten (etwa ab 800 v. Chr., aber das ist eine andere Geschichte), die sie erfunden haben. Die großen Steine der Bretagne haben die Menschen des Neolithikums (= Jungsteinzeit ab 5.500 v. Chr.) und der Kupferzeit dort hintransportiert und aufgebaut, wo man sie heute antrifft. Ein Name für diesen Abschnitt der Menschheitsgeschichte lautet „Megalithkultur“ – „mega“=groß und „lithos“=Stein. Diese Menschen waren keine nomadischen Jäger und Sammler mehr, sondern siedelten in Gemeinschaften, sie bauten erste Getreidesorten an, hielten Tiere und wurden allmählich zu Baumeistern. Nach neueren Altersbestimmungen (2019) gibt es eine Theorie, nach der diese „megalithische Zivilisation“ nicht, wie oft angenommen, im Vorderen Orient, sondern im Nordwesten Frankreichs ihren Ursprung hatte – vor etwa 6.500 Jahren – und sich wellenartig nach Nord-, West- und Mitteleuropa, an die Atlantikküsten und in die westlichen Mittelmeerländer verbreitete.

Der Begriff „Megalith“ umreisst ja ein sehr weites Formenfeld, und die vielen dazugehörigen Fachausdrücke sorgen für Verwirrung. Menhir, Monolith, Cromlech, Enceinte, Steinkreis, Alignement, Allée Couverte, Tumulus, Cairn, Dolmen, Hünengrab, Galeriegrab, und eben auch Hinkelstein – was ist hier was? Man kann sie in zwei Gruppen aufteilen: eine für Begräbnisse und Totenkult, und eine für andere Zeremonien. Beide sind mit sehr vielen Beispielen in der Bretagne vertreten. Besonders die Region um Carnac, Locmariaquer, Arzon und die Halbinsel Rhuys (Morbihan) ist quasi – oder war – ein neolithisches „Ballungszentrum“, wo man direkt auf eine sehr anschauliche „Zeitreise in die Steinzeit“ gehen kann – die Verwirrung lässt dann etwas nach.

Der Tumulus Saint-Michel zum Beispiel ist ein langer grüner Hügel in Carnac (er hat nichts mit dem Mont-Saint-Michel der Normandie zu tun). Man kann zur Kapelle Saint-Michel hochwandern (exzellente Aussicht); aber man sieht dieser Erhebung nicht an, dass sie einer der größten Grabhügel Europas ist (Grundfläche 125m x 60m; Höhe 10m; Alter ca. 6.500 Jahre). Drei Grabkammern im Hügelinneren wurden von Archäologen erforscht und ihre Zugänge wieder verschlossen. Weil eine kompakte Tonschicht den Tumulus über Jahrtausende vor Erosion und Zerstörung geschützt hat, ist die Erd- und Steinbedeckung noch intakt. Wertvolle Grabbeigaben werden im Vorgeschichts-Museum in Carnac aufbewahrt (Musée de la préhistoire James Miln-Zacharie Le Rouzic): Flintwerkzeuge, Jadeit-Äxte, Schmuck, Tongefäße, Perlen aus Callais (ein Material aus grünlichen Mineralien wie Variszit, Türkis, Serizit oder Malachit). Sie zeugen von dem Wunsch, den Verstorbenen auf ihrer große Reise nach dem Tod mit Ausrüstung und Proviant versorgt zu wissen.

Im Golf von Morbihan (bretonisch „mor“=Meer und „bihan“=klein) steht auf einer kleinen, unbewohnten Insel ein ganz anderer Grabhügel, der Cairn von Gavrinis (gaelisch/irisch „carn“=Steinhaufen): ein gewaltiger Berg aus aufgeschichteten Trockensteinen, fast ohne Erde oder Gras darauf. Im Inneren bilden 29 Steinplatten wie ein stützendes Skelett die Wände und die Decke einer Grabkammer und des tunnelartigen Zugangs („allée couverte“). Der Gang ist etwa 14 m lang, 80 cm breit und 1,5 m hoch. Der Cairn darüber ist etwa 7 m hoch und hat einen Durchmesser über 50 m. Wie groß und stabil die Trag- und Decksteine da sein müssen, ahnt man vielleicht… Der Überlieger der Grabkammer wiegt jedenfalls 17 Tonnen. Im Grab wartet die Überaschung: 21 Steinplatten sind mit Gravuren vollständig bedeckt (geometrische Muster und Ornamente, Krummstäbe, Beile, Faustkeile, gehörntes Vieh, Schlangen, und etwas, das einem pustenden Wal ähnelt). Viele Ornamente oder Petroglyphen sind auch aus anderen Megalithgräbern bekannt. Manche sie sind nur schwer zu deuten, und bleiben auch weiterhin rätselhaft. Das Alter: etwa 6000 Jahre… (älter als Stonehenge). Gavrinis war damals ein Hügel, keine Insel; das Baumaterial musste nicht über Wasser transportiert werden. Um in den Cairn hineinzukommen, muss man die Bootsfahrten (von Larmor Baden oder von Port Navalo) und die Führung (50 Min.) vorher reservieren.

Eine noch viel kleinere und gar nicht zugängliche Insel liegt ein paar Hundert Meter weiter südlich: Er Lannic, mit dem doppelten Steinkreis Les Cromlechs d’Er Lannic in der Form einer 8. Wobei er nicht mehr in der Inselmitte liegt, sondern am Ufer – der Meeresspiegel ist seit damals 5 bis 6 Meter angestiegen. Viele der 94 noch erhaltenen Steine gehen nun im Meer unter, je nach Tidenhub. Wer das sehen möchte, muss den Bootsabstecher nach Er Lannic vorher mitbuchen; die Tour nennt sich „Le circuit des Mégalithes“ und das Timing richtet sich nach der starken Gezeitenströmung.

Steinkreise sind in der Bretagne eher selten, zwei Inseln weiter auf der Île-aux-Moines gibt es aber den Halbkreis Cromlech von Kergonan („enceinte mégalithique de Kergonan“) mit 70 bis 90 m Durchmesser. Es sind 24 Monolithe, zwischen 0,5 und 3,50 m hoch, und stehen teilweise in Privatgärten. Der größte heißt wegen seiner Form „der Mönch“ (Le Moine) und steht nah an Wohnhäusern des Dorfes Kergonan.

Einige Gravierungen kann man im „Knickdolmen“ Pierres-Plates nah am Strand „La Falaise“ südlich von Locmariaquer sehen. Der Gang in diesem 26 m langen Dolmen (Dolmen sehen wie „Steintische“ aus; bretonisch „toal/doal“=Tisch und „men/maen“=Stein) macht einen Knick nach links. 50 Steine sind noch vorhanden. Der Dolmen ist seit 1892 offen. Man muss gebückt hineinkriechen, innen steht oft etwas Wasser. Diese Steine wären 1943 angeblich fast als Baumaterial in deutschen Schutzwällen am Point de Kerpenhir verschwunden.

In ein weiteres Grab, den gewaltigen 6 bis 7 m hohen Cairn de Petit Mont (bei Arzon), haben die Deutschen 1943 leider für den Einbau eines Bunkers missbraucht, wegen seiner strategisch perfekten Lage: oben auf der Aussichtsplattform des Cairn überblickt man den inselreichen Golf, und das offene Meer mit den Inseln Houat und Hoedic bis zur Halbinsel Quiberon. Heute ist der Petit Mont sowohl ein neolithisches als auch ein Weltkriegs-Denkmal mit entsprechendem Dokumentationszentrum.

Vier Trümmer eines Menhirs (bretonisch „men/maen“=Stein, „hir“=lang), umgefallen und zerbrochen, liegen bei Locmariaquer… also nur kaputte Steine? Weit gefehlt, denn es ist der Grand Menhir, oder Grand Menhir brisé – der „Star“ unter allen Menhiren: unvorstellbare 21 m lang, war er im 5. Jahrtausend v. Chr. aufgerichtet. Er wiegt um die 300 Tonnen und war 2 m tief im Boden verankert. Er muss dann wohl – genau wie die weiteren 18 verschwundenen Menhire kleineren Kalibers – „kurz“ (ein paar Jahrhunderte) nach seiner Errichtung gewaltsam umgestürzt worden sein. Er liegt in gewaltigen Teilen wie gestrandet am Boden. Gleich daneben sind praktischerweise die zwei Grabanlagen Table des Marchand und Er Grah. Einer der 18 anderen Menhire wurde als Abdeckplatten in Gavrinis, Er Grah und Table des Marchand wiederverwendet, das beweisen die zusammenpassenden Bruchkanten und Dekorationen.

Die drei kilometerlangen Felder mit parallelen Steinreihen bei Carnac („Alignements de Carnac“) sind natürlich absolut phänomenal. Es sind etwa 3000 Monolithe – und das ist nur der noch nicht zerstörte Anteil. Sie stehen dicht an dicht, dazwischen einzelne Menhire, Steinkreise bzw. -vierecke („Quadrilatère“), Gräber, Dorfhäuser und ein sehr modernes Museum (das „Maison des Mégalithes“). Im Winter sind die Felder teilweise geöffnet; im Sommer bei hohem Besucheraufkommen ist die Gefahr groß, dass alles niedergetreten wird und die Steine sich durch Bodenerosion lockern und umfallen. Dann dürfen nur Schafe aufs Gelände und Heidekraut fressen; man selbst bleibt zum Schauen und Fotografieren jenseits der Umzäunungen. Es sei denn, man schließt sich einer offiziellen Führung des Museums in den geschützten Bereich an.

Auch in Côtes d’Armor, Ille-et-Vilaine und Finistère gibt es viele interessante Steindenkmäler. Sie liegen ja meist offen oder mehr oder weniger versteckt in der Landschaft, und sind gut geeignet für kleine Stops bei längeren Ausflügen – oder auch mal für eine kleine „Menhir-Rallye“.

Eher ein „großer“ Stop wäre der „Grand Cairn von Barnenez“ (Nord-Finistère an der Bucht von Morlaix) mit seinem ganz speziellen Schicksal. Er ist ein monumentaler Bruchsteinkoloss, 72 m lang, bis 25 m breit und 9 m hoch: der größte Cairn Europas. Er ist 6.500 bis 5.500 Jahre alt, hat 11 Grabkammern, Portale und Gänge. In den 50ern wäre er beinahe verschwunden – sein Material wurde für den Straßenbau missbraucht. Davon hätte man noch viele Routes Départementales bauen können! Aber glücklicherweise hörte das nach vier Jahren auf und er wurde als Monument anerkannt und renoviert. Den herausgegrabenen Krater sieht man noch deutlich. Der Cairn ist natürlich äußerst beeindruckend. Man kann ihn von außen besichtigen, und es gibt eine Ausstellung im Empfangsgebäude.

Menhir Men Marz
Menhir Men Marz

Ebenfalls in Nord-Finistère steht der interessant geformte Menhir Men Marz mit 8,5 m Höhe bei Brignogan-Plages. Christen haben ihm später ein Steinkreuz aufgesetzt, ein weiteres Kreuz eingemeisselt und ihn so zum Christentum „bekehrt“ – anstatt ihn umzuwerfen und zu zerstören.

Ähnlich ging es dem Menhir von Saint Uzec (bei Penvern, Côtes d’Armor, 7,5 m); ein sehr schöner Stein mit einem Kruzifix obenauf, mit starken Reliefs aus christlichen Motiven aus dem 17. Jhdt.

Auch interessant: der große Menhir Penglaouic (bei Loctudy, Finistere) ragt je nach Ebbe oder Flut nur noch zum Teil aus einer Flussmündung – ebenso geht es dem Menhir de Lehan östlich von Guilvinec.

Bei Plouescat (auch in Finistère, bei Kernic) werden am Strand ebenfalls Steine regelmäßig von der Flut überspült, aber es ist eine ganze ehemalige Grabanlage (Allée Couverte de Guinirvit).

Wer Camaret-sur-Mer auf der Crozon-Halbinsel besuchen möchte, könnte unterwegs bei den drei schönen Steinreihen auf einem Feld Alignements von Lagatjar (Finistère) anhalten.

Bei Saint-Just (Ille-et-Vilaine) gibt es widerum ein ganzes megalithisches Zentrum mit allem Drum und Dran (Landes de Cojoux, Landes de Tréal).

Und so weiter und so weiter!

Für die Megalithe musste es lokal geeignete Gesteine geben, und die Bretagne besitzt ideale Ressourcen dafür. Mit dem armorekanischen Massiv im Untergrund steht sie auf „altem Stein“, auf einem der ältesten Gebirgszüge Europas, mit harten beständigen Gesteinsorten wie Gneis, metamorphen Schiefern und den Graniten. Die sieht man in bizarren Felsformationen an der Granitküste des Léon beispielsweise, an der Côte de Granit Rosé bei Ploumanac’h, im „Chaos“ von Huelgoat oder im Flussbett des Aven. Oder in Kirchen, Kapellen, Kalvarienbergen, Manoirs und Stadtmauern, wo traditionell bretonischer Granit verwendet wurde. Heute bereiten billige Granit-Importe den heimischen Betrieben jedoch große Probleme, und viele geben auf.

Aber es gibt neue Kunden – ganz spezielle Neukunden: die steinernen Heiligen bei Carnoet im „Valleé des Saints„. Auf einer Anhöhe thronen bereits über 100 Figuren und laufend kommen neue dazu, es sollen einmal 1000 werden. Sie sind meist zwischen 4 und 6 (!) m hoch, wiegen etwa 10 bis 15 Tonnen und an einer solchen Skulptur arbeiten Steinmetze rund einen Monat lang – zeitweise kann man bei der Arbeit zuschauen (sehr staubig, sehr laut). Das „Tal der Heiligen“ ist nicht religiös gedacht. Es ist ein verrücktes Projekt mit beachtlichen Zielen: die Schaffung einer Besucherattraktion im wirtschaftlich „sterbenden Zentrum“ (Ph. Abjean); das Hervorholen – auf sehr plastische Weise – von Erinnerungen an die mythisch-keltisch-christlichen Volksheiligen und Schutzpatrone, die Teil der bretonischen Identität sind (es gibt über 800); heimische Granitbrüche werden aktiviert, im Detail ganz unterschiedliche Steintypen werden in einer Art Hyper-„Showroom“ ausgestellt und das Steinmetzhandwerk wird gefördert. Eine Vorgabe lautet, dass jede Statue mit einem bestimmten Element auf die entsprechende Heiligenlegende hinweisen muss: das ist dann ein Baum, der aus dem Pilgerstock von Saint Martin (Marzin) de Vertou wächst; ein Fisch bei Saint Goustan, dem bekehrten Piraten; bei Saint Hervé ein Wolf, der seinen Blindenhund – oder auch seinen Pflug-Esel – aufgefressen hatte; Saint Telo reitet auf einem Hirschen daher und die Heilige Nolwenn setzt ihren abgeschlagenen Kopf wieder auf und geht weiter, um einen Ort für ihr Grab zu finden… Auch die sieben bretonischen Gründungsheiligen stehen im Kreis und schauen jeweils in Richtung ihrer Gemeinde. Jedes Jahr wird eine neue Steinfigur aus Irland, Cornwall o. ä. hergebracht. Diese „Giganten-Reisen“ dauern Wochen und erfahren natürlich viel Aufmerksamkeit in den Medien. Es gibt bisher noch keine Eintrittsgebühr (man zahlt für’s Parken). Das Vallée des Saints ist immer zugänglich – so auch wie die Megalithstätten zu ihrer Zeit? Es ist „…keine Ausstellung, weil sie auf sehr lange Dauer angelegt ist, und auch kein Museum, weil man die Werke anfassen kann…“ sagte Phillipe Abjean, der Gründer.

Noch einmal zu den „echten“ Megalithen. Angesichts des „Grand Menhir brisé“ oder des gewaltigen Cairn de Barnenez muss man bedenken: für die Menschen bis ins 18. Jhdt. hinein waren sie ein besonders großes Rätsel und sie konnten ihren Ursprung und ihre Bedeutung noch weniger verstehen als wir heutzutage. Etwas Mysthisches, Unheimliches oder Bedrohliches ging von diesen Orten aus, vor allem nachts… wohl oder übel mussten höhere Mächte dahinterstecken. Und um unerklärliche Phänomene entstanden Zauber- und Schauergeschichten. Die Alignements von Carnac seien versteinerte römische Soldaten; oder an dem Tag, an welchem der Menhir von Champ-Dolent (bei Dol-de-Bretagne) verschwindet – da der Mond jede Nacht ein Stück abbeisst – solle das Jüngste Gericht beginnen. Kleine Quarzadern im schiefen Menhir von La Tremblais (bei Saint-Samson-sur-Rance) seien Spuren von Teufelskrallen; die Seelen der Verstorbenen nähmen auf hohen Menhiren Platz; Kinder, die nicht laufen lernten, sollte man nachts zum Menhir Saint Uzec bringen; zauberkundige Zwerge (Korrigans) bewachten wertvolle Schätze am Fuß der Steine; und überhaupt: wenigstens in der Neujahrsnacht müssten Menhire etwas trinken gehen – wer ihnen aber auf dem Weg ans Meer oder zum Wirtshaus begegnete, wäre des Todes.

Heute ist man sich über viele Absichten der Megalithiker einig: es waren Gräber und geschützte Treffpunkte und Versammlungplätze für Rituale, Kulte und Feiern mit religiöser oder funerärer Bedeutung. Es könnten allgemeine Markierungen oder Schiffs-Seezeichen (Grand Menhir) gewesen sein; oder für die Jahreszeiten-Einteilung (Ernte-Zyklen) und für gewisse astronomische Berechnungen (Sonnenwenden, Mondkalender, Sonnen- und Mondfinsternisse?) errichtet worden sein. Aber vieles können die Wissenschaftler noch nicht erklären.

Im 18. Jhdt., als die wissenschaftliche Untersuchung und Restauriation der Megalithe und der eingravierten Ornamente begann, gab es weiterhin abenteuerliche Hypothesen und Spekulationen als Beiprodukte. Sie könnten Magnetfelder neutralisieren, waren Sternkarten am Boden oder Kultplätze von Druiden, keltische oder römische Tempel oder Heereslager. Es gab eine wahre „Celtomanie“ mit spirituellen Schlangenkulten, Druiden-Orden und eine „Megalithomania“.

Dem französischen Schriftsteller Gustave Flaubert wurde das alles zuviel. Im Bericht über seine Bretagne-Reise schrieb er 1847 klipp und klar: „Wenn man mich, nachdem es so viele Ansichten dazu gibt, befragt, was die meine sei, so werde ich eine unwiderlegbare, unabweisbare, unwiderstehliche äußern. Dies ist meine Meinung: Die Steine von Carnac sind große Steine“.

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