Fischkutter, Le Guilvinec
Rückkehr vom Fischfang, Le Guilvinec
Entladen des Fangs
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Le Guilvinec – Frankreichs größter Hafen für handwerkliche Fischerei

Lagekarte Le GuilvinecLe Guilvinec ist ein bedeutender Hafen im Départment Finistère im Westen der Bretagne. Guilvinec und die zum „Quartier Maritime de Guilvinec“ gehörenden Nachbarhäfen Lesconil, Loctudy und St. Guénolé bilden zusammen den größten Hafen für handwerkliche Fischerei (Küstenfischerei und kleine Fischerei) in ganz Frankreich, sowohl in Bezug auf die Anzahl der Seeleute (ca. 900 Seeleute) als auch auf den Wert der angelandeten Fischproduktion, die 17,5 % der französischen Fischerei ausmacht. Fischerboote aus dem „Quartier Maritime de Guilvinec“ erkennt man übrigens an dem „GV“ vor der Registrationsnummer, die vorne am Bug der Schiffe steht.
Die handwerkliche Fischerei betrifft vor allem Boote zwischen 12 und 16 Metern, dessen „Patron“ (Kapitän) in der Regel auch Eigentümer des Bootes ist. Le Guilvinec ist nach Boulogne-sur-Mer und Lorient der drittgrößte Hafen Frankreichs für alle Fischereien zusammengenommen (Hochsee-, Küsten- und Kleinfischerei).
Im Jahr 2020 zählte Guilvinec 216 Berufsfischerboote (119 für die kleine Fischerei, 41 für die Küstenfischerei, 56 für die Hochseefischerei).

Boote der Hochseefischerei: 17,80 à 24,96 m
• Hochseefischerei : außerhalb der 12 Meilen-Zone
• Auf See: mehr als 4 Tage
• Fang wird tiefgefroren angelandet

Boote der Küstenfischerei: 11,98 à 19,50 m
• Küstenfischerei: innerhalb der 12 Meilen-Zone
• Auf See : 1 – 4 Tage
• Fang wird frisch im Hafen entladen

Boote für die kleine Fischerei: 4,1 à 17 m
• Küstenfischerei: innerhalb der 12 Meilen-Zone
• auf See: bis zu einem Tag
• Fang wird frisch im Hafen entladen

Die Zahl der in Guilvinec zugelassenen Boote hat zwar bis etwa 2016 kontinuierlich abgenommen, bleibt aber seitdem stabil. Hohe Treibstoffkosten und abnehmende Fischbestände lassen die Erträge für die Fischer allerdings massiv schrumpfen.
Die Fischereibranche stellt insgesamt etwa 3.000 Arbeitsplätze im Bereich Guilvinec, wenn man die Arbeitsplätze der drei Fischauktionen in Saint-Guénolé, Guilvinec und Loctudy, die etwa 50 Unternehmen für die Fischverarbeitung und die Zulieferer der etwa zehn Werften usw. mit einbezieht.

Die Fischauktionen finden an 5 Tagen in der Woche (Mo. bis Fr./Sa. früh) statt. Um 06:00 h in der Früh für die Hochseefischerei und ab 16:00 h dann für die Küstenfischerei.

Empfehlung: Beobachten Sie ab 16:00 h (Montags bis Freitags) die Rückkehr der Küstenfischerboote und das Entladen des Fangs von der Aussichtsterrasse am Hafen. Es kommen – je nach Wetter – bis zu 30 – 40 Boote in dichter Folge zurück in den Hafen. Die Boote legen direkt unterhalb der Aussichtsterrasse an und entladen den frischen Fang. Der Fang geht direkt in die Auktionshalle und wird dort sofort versteigert. In Fischläden gleich in der Nähe können dann ab ca. 17 Uhr z.B. frische Langusten gekauft werden.

Von der Aussichtsterrasse hat man auch Zugang zum modernen und aufschlussreichen Museum „Haliotika“. Hier wird alles rund um die Fischerei anschaulich erklärt. Nachbauten der Kommando-Brücke eines Fischkutters, Ausblicke direkt in die gleich daneben befindliche Auktionshalle, Schiffsmodelle und vieles mehr erwarten den Besucher. Auch Führungen direkt in die Auktionshalle werden angeboten.

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